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Mundungus Fletcher - Mundungus Fletcher - 01.03.2026 Der Tagesprophet war eigentlich nur mit an Bord gekommen, weil jemand ihn im Hafen hatte fallen lassen und Mundungus fand, dass trockenes Zeitungspapier immer noch besser war als nasses Holz zum Feueranzünden. Er saß auf einer Kiste nahe der Reling der Evershade, die Beine ausgestreckt, während das Schiff ruhig über das Wasser glitt, das Holz unter ihm vertraut knarrte und der Wind nach Salz und Regen roch. Eigentlich hatte er nicht vorgehabt zu lesen, aber Langeweile war ein schlechter Begleiter auf ruhiger See, also blätterte er halbherzig durch die Seiten, bis sein Blick an einer großen Überschrift hängen blieb. „Magische Spiele“. Seine Stirn legte sich in Falten, er las die Zeile noch einmal langsamer und schnaubte leise. „Spiele… ja klar. Klingt ja erstmal harmlos.“ Murmelnd las er weiter, über überfüllte Zellen, Reformen, Entlastung, neue Wege der Gerechtigkeit, und mit jedem Wort wurde sein schiefes Grinsen ein kleines bisschen dünner. Askaban zu teuer, zu voll, also sollten Leute künftig öffentlich Prüfungen bestehen, zur Läuterung, für die Gemeinschaft, für den Fortschritt. Fletcher ließ die Zeitung ein Stück sinken und starrte aufs Wasser hinaus, als hätte das Meer vielleicht eine bessere Erklärung parat. „Läuterung, mh? Nennt man das jetzt so.“ Seine Finger trommelten gegen das Papier, während sein Blick wieder über den Artikel wanderte, bis er an einem Namen hängen blieb. Black. Natürlich ein Black. Ein trockenes Lachen entwich ihm. „Na wunderbar. Wenn ein Black sagt, das wird gerecht, dann kann ja nix mehr schiefgehen.“ Die Evershade schaukelte ruhig unter ihm, als würde sie die Worte kommentarlos aufnehmen, und für einen Moment hörte man nur das Wasser am Rumpf entlanggleiten. Früher hätte ihn so etwas nicht interessiert. Neue Regeln bedeuteten neue Schlupflöcher, neue Geschäfte, vielleicht ein bisschen mehr Rennerei vor dem Ministerium, aber nichts, was man nicht überstehen konnte. Doch inzwischen dachte er an Gesichter statt an Ware. Leute, die er in letzter Zeit an Bord genommen hatte, Familien mit zu viel Angst in den Augen, Menschen, die leise waren, weil laut sein plötzlich gefährlich geworden war. Und jetzt sollten genau solche Leute in irgendwelchen Spielen antreten, damit andere zuschauen konnten. Sein Kiefer spannte sich kurz an. „Ist ja praktisch… spart Gefängnisse und verkauft gleich noch Eintrittskarten dazu.“ Er faltete die Zeitung zusammen, stopfte sie neben sich und rieb sich übers Gesicht, als könnte er die Gedanken einfach abschütteln. Der Wind wurde stärker, zog an seinem Mantel, doch auf See fühlte sich wenigstens alles ehrlich an. Sturm war Sturm. Keine schönen Worte, keine falschen Versprechen. Er stand schließlich auf, ging langsam zum Steuer und legte die Hand darauf, während sein Blick über den grauen Horizont glitt. Ohne groß darüber nachzudenken änderte er den Kurs ein Stück weiter hinaus aufs offene Meer. Einfach ein wenig Abstand. „Gefällt mir nicht,“ murmelte er leise, mehr zum Schiff als zu irgendwem sonst. Einen Moment blieb er so stehen, dann schnaubte er erneut, dieses halb amüsierte, halb müde Geräusch, das er immer machte, wenn ihm etwas zu nah ging. „Spiele… als ob Leute wie ich bei sowas je gewinnen.“ Der Wind trug seine Worte davon, und nach außen sah Mundungus Fletcher wieder aus wie immer locker, gleichgültig, ein Mann ohne Sorgen. Aber während die Evershade ruhig weiter durch den Nebel schnitt, wusste er genau, dass sich etwas verändert hatte, und dass Stürme manchmal lange bevor sie sichtbar wurden begannen. |